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DIAKademie: Muss immer operiert werden ? – Möglichkeiten und Grenzen der Endoskopie bei Darmtumoren

18.10.2017

Die Informationen über die Möglichkeiten und Grenzen der modernen Endoskopie bei Darmtumoren im Rahmen der DIAKademie-Vorträge interessierte am 10. Oktober viele Besucher der Volkshochschule Schwäbisch Hall. Dr. Brigitte Gary vom Fachbereich Gesundheit freute sich über die bewährte Zusammenarbeit mit dem Diak und auf die Auftaktveranstaltung der Reihe, mit Chefarzt Prof. Dr. Markus Menges.

„Der Darmkrebs ist die häufigste bösartige Krebserkrankung in der Bevölkerung, wenn man Frauen und Männer zusammen betrachtet “, weiß der stellvertretende Leiter des Darmkrebszentrums Hohenlohe. Jeder Mensch trage ein individuelles Erkrankungsrisiko, allerdings kann das Risiko an Darmkrebs zu erkranken um das Vierfache steigen, wenn ein Verwandter 1. Grades unter 60 Jahren bereits an dieser Krebsart erkrankt sei.

Der Experte rät zur Vorsorge, denn diese ermöglicht es, die Entstehung von Darmkrebs zu verhindern. Mit einer sogenannten Koloskopie untersucht man den Dickdarm und meistens auch die letzten Zentimeter des Dünndarmes. Anschaulich erklärt Prof. Dr. Menges was man bei einer solchen Untersuchung in der Darmschleimhaut findet. Darmpolypen sind keine Seltenheit, man spüre sie nicht und sie verursachen auch keine Schmerzen. Sie finden sich im Durchschnitt bei jedem vierten 50-jährigen, mit zunehmendem Alter dann immer häufiger. Mehr als 90 Prozent der Darmkrebsfälle sind auf solche Darmpolypen zurückzuführen. Wenn ein Polyp während der Untersuchung gefunden wird, können die allermeisten endoskopisch direkt entfernt werden.

Damit kommt der Darmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung eine entscheidende Bedeutung zu:
Ob ein Polyp operiert werden muss hängt davon ab, in welche Schichten der Darmwand diese Geschwulst vorgedrungen ist, wenn sie zu tief sitzt, muss sie durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden. „Und auch wenn ein Karzinom entdeckt wird, ist es heute in den meisten Fällen heilbar“, so der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin.

Erfreulicherweise sei ein Rückgang der Sterblichkeit bei Darmkrebserkrankten zu verzeichnen. Lag diese 1980 noch bei 50%, ist sie nach Zahlen des Robert-Koch-Institutes 2016 auf 27% gesunken. Im Anschluss zum Vortrag nutzten die Besucher die Gelegenheit Fragen zu stellen und mit dem Mediziner ins Gespräch zu kommen.

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© 2017 Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall