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Aktuelles

Das Diak zum Weltfrühgeborenentag am 17. November 2017

17.11.2017

Mit selbstgehäkelten Tintenfischen unterstützen die beiden Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen Andrea Köger und Elke Schmidt Frühgeborene und ihre Eltern im Haller Diakonie-Klinikum. Die Schmusetierchen leisten den Säuglingen nicht nur Gesellschaft, sondern schaffen es auch, den schweren Start ins Leben leichter zu machen.
Die Idee dazu stammt aus Dänemark. Das Projekt namens „Kleine Tintenfische“ wurde im Februar 2013 in Dänemark geboren, als eine Mutter einen kleinen Oktopus für ihr viel zu früh geborenes Baby häkelte. Dieses süße Wesen wurde zu dem kleinen Kind in den Brutkasten (Inkubator) gelegt und es schien, dass das Kind dadurch ruhiger wurde und nicht mehr so oft an den verschiedenen Schläuchen und der Magensonde zog. Auch den anderen frühgeborenen Babys wurde daraufhin ein kleiner Tintenfisch mit in den Inkubator gelegt und die positiven Auswirkungen wiederholten sich: Die Atmung und der Herzschlag der Kleinen wurden regelmäßiger und auch der Sauerstoffgehalt in ihrem Blut stieg an. Vermutlich ähneln die Tentakeln der gehäkelten Tintenfische der Nabelschnur, die den Babys aus dem doch viel zu früh „verlorenen“ Mutterleib so vertraut war.[1]

Anna kam zusammen mit ihrem Bruder Lukas nach 29 Schwangerschaftswochen im Diak zur Welt. Sie liebt ihren neuen Freund, berichtet Pflegefachkraft Elke Schmidt: "Wenn sie schläft, klammert sie sich an die gehäkelten Beinchen. Normalerweise wäre sie jetzt noch im Bauch der Mutter und würde mit der Nabelschnur spielen."
"Die Eltern berichten uns immer wieder, dass ihre Babys ruhiger wirken, wenn sie mit den kleinen Oktopussen zusammen sind und wir Pflegekräfte machen ähnliche Erfahrungen", sagt Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Andrea Köger. Deshalb wollen die beiden Frauen das Projekt unbedingt fortsetzen. „ Im Juni haben wir mit unserem Häkel-Projekt begonnen. Mittlerweile haben wir über 50 Oktopusse gehäkelt. Es wäre schön, wenn wir noch Unterstützung bekommen würden, denn jedes Kind darf seine Krake nach dem Aufenthalt auf der Frühchenstation mit nach Hause nehmen.“
Wie kann man das Projekt unterstützen? Die bunten Krakentiere lösen im Diakonie-Klinikum große Freude aus. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine große Wirkung haben. Die Häkel-Oktopusse müssen natürlich strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen, damit sie nicht zur Gefahr für Frühgeborene werden. Alle kleinen Tintenfische müssen zunächst streng kontrolliert werden.

Wer Interesse hat, kann sich gern unter der E-Mail-Adresse Andrea.Köger@dasdiak.de informieren. Wer selbst nicht häkelt, kann das Projekt auch finanziell unterstützen. Damit wird der Kauf von Häkelmaterialien ermöglicht.
Stichwort: Oktopus Spendenkonto: Sparkasse Schwäbisch Hall
IBAN: DE04 6225 0030 0000 0080 02

Ab wann gilt eine Geburt als Frühgeburt?
Eine Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche ist eine Frühgeburt.
Sie kann beispielsweise durch vorzeitige Wehen ausgelöst werden oder aber bei einer Unterversorgung des Kindes erforderlich sein. Wir wägen stets ab, wo das Baby besser aufgehoben ist – drinnen in der Gebärmutter oder draußen im Inkubator, umgangssprachlich Brutkasten genannt, d.h. ob es vorteilhafter ist, die Schwangerschaft mit dem unreifen Kind zu verlängern oder das bedrohte Kind vorzeitig zur Welt zu bringen. Viel zu früh sind Babys, die vor der 29. Woche auf die Welt kommen. Sie wiegen in der Regel weniger als 1.000 Gramm. Diese Kinder können nur dank moderner medizinischer Versorgung überleben. Für die Eltern beginnen mit der plötzlichen Geburt Wochen und Monate des Bangens, eingetaktet in den Alltag einer komplexen Intensivstation für Früh-und Neugeborene. Im Perinatalzentrum des Diaks werden bereits kleinste Frühgeborene vor Ort versorgt.

Wie viele Kinder wurden in 2016 am Diak geboren? Wie viele davon waren Frühgeburten?
Im Jahr 2016 haben 1317 Frauen 1352 Kinder im Diak auf die Welt gebracht. 144 Kinder, d.h. 11% wurden vor dem Termin geboren.
[1] Quelle: hypekids.net

Bild zu Das Diak zum Weltfrühgeborenentag am 17. November 2017

Anna, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen Andrea Köger und Elke Schmidt

© 2017 Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall