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Aktuelles

Bausteine für gesunde Gefäße –

15.08.2019

Ein gut besuchtes 9. Gefäßsymposium informierte in der Bausparkasse Schwäbisch Hall rund 100 Fachkräfte über Neuerungen in der Behandlung von Gefäßerkrankungen und aktuelle Forschungsergebnisse. Ziel ist es, die Behandlung der stetig wachsenden Zahl an Gefäßpatienten weiter auszubauen und zu verbessern. Durch das Programm führten PD Dr. Claus-Georg Schmedt, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, und Professor Dr. Martin Libicher, Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.
Neben den beiden Experten aus Schwäbisch Hall referierten auch Professor Dr. Martin Storck vom Städtischen Klinikum in Karlsruhe, Dr. Georg Jung von der Uni-Klinik Frankfurt und Dr. Christoph Giebeler von den Alb-Fils-Kliniken Göppingen zu aktuellen Behandlungsmöglichkeiten und Forschungsergebnissen rund um die Behandlung bei Gefäßerkrankungen.

Eine seltene, aber wichtige Erkrankung nannte Dr. Georg Jung das Aneurysma der Kniekehlenarterie. Zusammen mit Kollegen der Uniklinik Frankfurt ist ihm die bisher größte Studie zu diesem Thema weltweit gelungen. In seinem Vortrag stellte er die Ergebnisse der Studie in den Vordergrund. Im gesamten Bundesgebiet beteiligten sich 40 Gefäßzentren an der Untersuchung. Jungs Studie kommt zu dem Schluss, dass Patienten mit einem Kniekehlenaneurysma in den meisten Fällen durch offen chirurgische Eingriffe am besten versorgt werden können. Gefahren der Kniekehlenarterienverstopfung böten endovaskuläre Eingriffe mit Stents. Schmedt und Libicher, deren Zentrum ebenfalls Daten zur Studie beitrug, sind begeistert von den Erkenntnissen. „Aneurysmen an der Kniekehle sind selten – und dennoch ist die Studie für uns sehr wichtig. Sie bestätigt nun mit Datenmaterial unsere Erfahrungen und lässt für künftige Patienten wichtige Rückschlüsse zu“, sagt Gefäßchirurg Schmedt.
Professor Libicher widmete sich in seinem anschließenden Referat der Frage, wie die stetig wachsende Zahl von Diabetespatienten bei der periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch „Schaufensterkrankheit“ genannt, behandelt werden können. Solche Arterienverschlüsse führe oft zu Wunden an den Füßen, die schlecht abheilen. Um die Wundheilung zu beschleunigen und so auch Amputationen vorzubeugen, setzt Libicher mit seinem Team auf Früherkennung mittels der sogenannten Kiss-Angiografie. Ohne Kontrastmittel, so wie bisher, können die Gefäße untersucht werden.

Werden verstopfte Gefäße entdeckt, weiß Libichers Kollege Professor Storck, werde inzwischen weniger Aspirin verschrieben, als ein neues Medikament, dass in Studien seine Wirksamkeit bewiesen hat. Rivaroxaban ist für ihn inzwischen eine gute Alternative zu bisherigen Medikamenten. Rund 202 Millionen Menschen weltweit leiden unter der „Schaufensterkrankheit“ – Tendenz steigend. Um dieser wachsenden Patientengruppe begegnen zu können, wurden in den USA zahlreiche Studien zu Rivaroxaban durchgeführt – mit dem Ergebnis einer deutlich gesenkten Blutgerinnung und damit einer schwindenden Gefahr für erneute Verstopfungen der Gefäße. Als Risikogruppe für pAVK nennen alle Referenten übereinstimmend Raucher, adipöse Menschen und Personen, die sich wenig bewegen. Für gesunde Gefäße und damit für ein gesundes Leben, so Storck, kann man selbst viel beitragen. „Bewegung und ein nikotinfreies Leben sind dafür die ersten Bausteine.“

Im kommenden Jahr findet das Gefäßsymposium zum zehnten Mal statt. Für Libicher und Schmedt steht schon jetzt fest, das ist ein Grund zum Feiern.

Bild zu Bausteine für gesunde Gefäße –

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