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Ärzte im Gespräch

Fragen an Dr. Christoph Heß, Leiter der Sektion Minimalinvasive Chirurgie (MIC)

Wie genau läuft eine minimalinvasive Operation im Bauchraum ab?
Als erstes wird der Bauch des Patienten desinfiziert und ein bis vier kleine Schnitte zum Einführen der Instrumente gemacht. Damit der Operateur im Bauch genügend Platz hat, wird über einen der Zugänge Gas in den Bauchraum insuffliert. Über einen weiteren Zugang wird eine Kamera mit einer Lichtquelle in den Bauch eingeführt, so dass alle Operateure das Geschehen im Bauchraum vergrößert auf einem Monitor verfolgen können. Über die anderen Zugänge können die verschiedensten Instrumente, welche bei der Operation benötigt werden, eingeführt werden. Muss bei einer Operation eventuell Gewebe entfernet werden, kann dies auch durch die kleinen Zugänge geschehen.

Welche Vorteile hat der Patient davon?
Insbesondere für jüngere Patienten sind die kleinen, kaum sichtbaren Operationsnarben bei einem minimal invasiven Eingriff ein wichtiges Kriterium für dieses Verfahren. Diese Operationsart, auch Schlüssellochchirurgie genannt, birgt aber noch viele weitere Vorteile: durch die kleinen Schnitte ist der Patient nach der Operation schneller wieder auf den Beinen und auch der Wundschmerz fällt bei den kleineren Wunden geringer aus als bei einer offenen Operation (normaler Bauchschnitt). Die verbesserte Mobilität des Patienten verkürzt den Krankenhausaufenthalt. Durch die Vergrößerung mithilfe der Kamera hat der Operateur eine bessere Übersicht, das OP-Team kann den Eingriff ebenfalls über den Monitor verfolgen.

Für welche Operationen kommt dieses Verfahren in Frage?
Typische Operationen, bei welchen die Laparoskopie (Bauchspiegelung) zum Einsatz kommt, sind Gallenblasenentfernung, Versorgung eines Leistenbruchs oder eines Bauchwandbruches (auch Narbenbrüche), Entfernung des Blinddarms oder Magenübernähungen, Entfernung von Tumoren (Nebennieren etc.) und Dickdarmteilentfernungen (Sigmadivertikulitis und unter bestimmten Voraussetzungen auch Dickdarmtumore). Grundsätzlich bespricht der Operateur vor der Operation mit dem Patienten, ob das minimalinvasive Verfahren eingesetzt werden kann. Ergeben sich bei der Operation Komplikationen, welche einen Bauchschnitt nötig machen, wird zur Sicherheit des Patienten die Operation in der offenen Art und Weise zu Ende gebracht.

Ist jeder Patient für dieses Verfahren geeignet?
Grundsätzlich versucht man möglichst vielen Patienten diese schonende Operationsmethode anzubieten. Welche Methode für den Patienten geeignet ist, muss mit dem Spezialisten für MIC geklärt werden. Lungen- und Herzerkrankungen können hier limitierend wirken. Die Kliniken, die eine spezielle Abteilung für MIC-Verfahren vorhalten, bieten die besten Voraussetzungen für die Durchführung eines Eingriffs in der minimal invasiven Technik (Laparoskopisch) an. Bitte wenden Sie sich deshalb vertrauensvoll an uns. Wir beraten sie gerne.
Tel. Nr: 0791 753-4201

Birgt diese Methode auch Nachteile?
Durch die anatomische Orientierung über den Bildschirm ist der Tastsinn des Operateurs beschränkt, also die Möglichkeit direkt mit den Händen Veränderungen im Bauchraum zu erspüren. Dieses Manko kann nur durch einen erfahrenen Operateur ausgeglichen werden. Die Kosten dieses Verfahren sind höher als bei einer konventionellen Operation, da der technische Aufwand größer ist, was wiederum teilweise durch die bereits aufgeführten Vorteile (schnelle Mobilisation, geringerer Wundschmerz, kürzerer Krankenhausaufenthalt) kompensiert werden kann. Für den Patienten allerdings sind die minimal invasiven Techniken vorteilhafter gegenüber einer offenen Operation.

Dr. Christoph Heß
Leitender Oberarzt
Chirurgische Klinik I
Leiter Sektion MIC

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